deeply intermingled

Mir ging auf, dass der Buddha Dhamma, die buddhistische Tradition, quasi als Schwesterdisziplin des Yoga gesehen werden kann. Patanjali, der, wie ich anderer Stelle bereits erwähnte, eine der Grundlagenwerke des Yoga zusammenstellte, bezieht sich zwar auch auf die Jain Tradition, aber hauptsächlich auf den Pali Kanon. Heute ist mir sogar die Theorie zu Ohren gekommen, dass Patanjali selbst ein buddhistischer Mönch gewesen sein könnte. Dieser Kanon aus drei Büchern (Pali Tipitika) umfasst die Lehren Buddhas, den Verhaltenscodex für Mönche und Nonnen und die buddhistische Psychologie. Die Hauptprinzipien des Buddhismus sind deswegen auch für den Yogaaspiranten interessant. Die 4 edlen Wahrheiten proklamieren, dass Leid unvermeidbar ist und von Gier und Abneigung ausgelöst wird. Die gute Nachricht von Siddhartha Gautama oder auch Buddha, der Erleuchtete, genannt, ist jedoch, dass es einen Ausweg aus diesem Leid gibt. Dieser Weg ist dreigeteilt und fußt auf einer moralischen Lebenseinstellung, die Bedingung für das folgende geistige Training darstellt. Durch diese Praxis erlangt man schlussendlich Weisheit.
Sila, die Moral, gebietet Dinge zu tun, die für einen selbst und andere gut sind und auch keinem von beiden schadet. Des Weiteren soll man seinen Geist und sein Herz rein halten.
Samadhi zeigt den Weg der Konzentration auf, der u.a. die Atemachtsamkeit und eine Bodyscan Methode beinhaltet. Achtsamkeit ist das Prinzip, welches im Buddhismus alle Lebensbereiche durchdringt. Ein Teil der Geistesschulung ist Vipassana, bei dem einem heutzutage bei einem 10 tägiger Schweige Retreat die Methode über intensive Praxis eingetrichtert wird. Ich habe vor 12 Jahren an solch einem Kurs teilgenommen und es ist absolut überfällig diese Erfahrung zu wiederholen. Ich bin in meiner kontemplativen Praxis weiter fortgeschritten als damals, also wäre  es

mehr als spannend zu sehen, wohin mich diese Erfahrung jetzt führen würde. Vipassana wird weltweit gegen Spende angeboten. (dhamma.org)
Die Weisheit, Panna, stellt sich mit der Praxis ein und man erfreut sich dank ihr eines ruhigen Geistes und einer gestärkten Unterscheidungsfähigkeit. Der weise Buddhist ist nun Zeuge seiner Gedanken und Emotionen und über die Unterscheidungsfähigkeit hat er gewohnte Reaktionsmuster des Geistes hinter sich gelassen. Er hat herausgefunden, dass das Gefühl der Trennung, dass das Ego erzeugt hat, eine Illusion ist. Er hat die wahre Natur der Dinge durchschaut.
Mir wurde heute das unten angefügte Video von meiner Philosophielehrerin zugespielt. Ich finde es aus vielerlei Gründen interessant. Gregg Bradon verbindet ähnlich wie Dr. Dispenza Wissenschaft und Spiritualität miteinander.

In den zwei Videos spricht Braden von seinen Erkenntnissen, die er über die Befragung tibetischer Mönche erlangt hat. Es geht um die Wirksamkeit von Gebeten und was das überhaupt ist. Wir kommt es vor, als spricht er schlicht über die Methode der Manifestation. Die selbe Methode benutzt Dispenza in seinen Meditationen.
Bradon zitiert eine Stelle aus der Bibel und es ergibt sich eine Art Schulterschluss dieser vermeintlich unterschiedlichen Ansätze, da sich nun Weltreligionen, Philosophie und Spiritualität die Hände reichen. Es gibt in meinen Augen eine universelle Wahrheit, die in vielen Kulturen, Religionen und philosophischen Systemen entdeckt wurde. Vielleicht ist die Verpackung unterschiedlich, aber der Kern bleibt derselbe.
Diese altertümliche Weisheit wird heutzutage von Ärzten und Wissenschaftlern untermauert. Dispenza z.B. ist Biochemiker und Neurophysiologe und untermauert „seine“ Erkenntnisse mit wissenschaftlichen Studien. Aber wie man sieht, ist dieses Wissen Jahrtausende alt.
Worauf ich hinaus möchte ist, dass unser Geist mithilfe des Herzens Berge versetzten kann. Denn genau das ist die Quintessenz dieser universellen Methode. Ein Gebet oder man könnte es auch einen Wunsch nennen, ist wirkungslos, wenn man sich die Erfüllung dieses Wunsches nur mithilfe seines Intellekts vergegenwärtigt oder emotionslos Worthülsen rezitiert. Erst die Vorstellung, die mit der Emotion gekoppelt wird, kann sich manifestieren. Die Vorstellung muss mit Emotionen untermalt werden. Man durchlebt das Endergebnis im Geiste, als wäre es bereits geschehen. Hier kommt das Herz ins Spiel, denn man muss spüren, wie es sich anfühlen wird, wenn diese Realität eingetreten ist. Das ist die Essenz vieler Meditationsmethoden und wie ich nun auch herausgefunden habe das buddhistische Verständnis von Gebeten.
Es erfüllt mich, dass sich Puzzleteile an vielen Stellen zu einem größeren Ganzen zusammenfügen und wollte euch an dieser Stelle daran teilhaben lassen.

Lasst euch nicht von der komischen Aufmachung des zweiten Videos irritieren. Es ist eine Audioaufnahme eines späteren Teils des Vortrages aus dem ersten Video und ich empfand es als eine gute Ergänzung.

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