Mind Medicine

Ich habe bereits öfter darüber gesprochen, dass das mind set, unsere Gedankenwelt, angepasst werden sollte, aber noch nicht genauer erörtert, wie man das bewerkstelligen kann. Ich beziehe mich heute auf das Buch von Geeta Vara „Ayurveda. A practical guide to optimal health, healing and vitality“ und möchte euch ihre Vorschläge vostellen.
Die Ausgeglichenheit des Geistes ist von den drei Gunas beeinflusst (sattva, rajas und tamas), die in einer gesunden Balance gehalten werden sollten. Rajas ist Leidenschaft und Bewegung, tamas Letharigie und sattva ist der Reinheit zugeordnet.
Bist du manchmal rastlos, ängstlich, eifersüchtig, egoistisch, übermäßig wettbewerbsorientiert, aggressiv, depressiv oder selbstzerstörerisch? Das sind alles Beschwerden, die von einem Überschuss von tamas oder rajas ausgelöst werden.
Als „Medizin für den Geist“ schlägt Geeta Pranayama, Meditation, Mudras und Mantras vor. Ich möchte mich im heutigen Beitrag auf ausgesuchte Atemtechniken und Mantras beschränken, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gemacht habe.
Pranayama
„The breath is the link between the body and the mind“ Sri Sri Ravi Shankar
Beim Ausprobieren habt ihr nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen, da bereits wenige Minuten innere Ruhe und körperliche Vorteile mit sich bringen. Yogische Atemtechniken helfen beispielsweise bei depressiven Verstimmungen, Angst und Schlaflosigkeit, Migräne, Asthma, hohem Blutdruck oder Übergewicht, um nur einige positive Effekte zu nennen.
Man übt in einem beliebigen aufrechten Sitz auf nüchternem Magen in einem frisch gelüfteten Raum. Anfänger beginnen mit 5 Minuten und halten den Atem nicht an.
Es gibt insgesamt 7 Atemtechniken, von denen ich zurzeit regelmäßig 4 praktiziere und ich kann gerne später noch auf die anderen bzw. fortgeschrittenere Varianten eingehen, wenn Interesse besteht?
Anuloma Viloma – Alternate nostral breathing
Die Wechselatmung gleicht Sympathikus, Parasympathikus und beide Seiten des Gehirnes aus und reinigt die Kanäle des feinstofflichen und physikalischen Körpers.
Man verschließt das rechte Nasenloch und atmet links 4 s ein, danach hält man das linke Nasenloch zu und atmet rechts 4s aus. Es folgt das Einatmen durch das rechte Nasenloch, das nun verschlossen wird, um links auszuatmen. Man verbleibt konzentriert auf seinen Atem und die Lungenflügel und hat eine kleine Pause zwischen den Atemzügen. Fortgeschrittene halten den Atem dazwischen an, setzen Bandhas und verlängern das Ausatmen. Diese Variante ist aber nicht für jeden geeignet z.B. bei Herzleiden nicht empfohlen.

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Ujjaya Pranayama – victorious breath
Die Atmung, bei der die Stimmbänder etwas kontrahiert werden, erzeugt einen rauschenden Schnarchton. Die Autroin vergleicht den entstehenden Ton mit der Atmung Darth Vaders 🙂
Diese Atmung kühlt den Körper und verlangsamt den Puls, da der Atem verlängert und vertieft wird. Diese Atmung benutzt man während den Körperübungen (Asanas), um die Posen länger und entspannter halten zu können. Man kann diese Atmung auch in der Rückenentspannungslage paktizieren, was beim Einschlafen helfen kann.
Kapala Bhati – fire breathing
Wenn man müde ist oder sich für mentale Arbeit vorbereiten will, ist diese Atemtechnik sehr nützlich. Des Weiteren ist diese Übung lungenreinigend, massiert die inneren Organe und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem.
Diese Übung ist jedoch nicht geeignet, wenn man hohen Blutdruck oder andere Herzprobleme, Geschwüre, Harnia, Epilepsie oder Augen- oder Ohrprobleme hat.
Beim Feueratem wird natürlich eingeatmet, aber „gewaltsam“ ausgeatmet. Anfänger beginnen mit 300 Atemzügen ohne Luftanhalten.
Pranayama ist eine hervorragende Vorbereitung für Meditation und bringt weitere Vorteile mit sich. Der Körper wird durch die erhöhte Aufnahme von Sauerstoff energetisiert, Abfallstoffe werden aus Lunge und Atemwegen abtransportiert, es reduziert Stress und beruhigt den Geist, es steigert Konzentration und Achtsamkeit und reduziert negative Emotionen und depressive Verstimmungen.
Magic in your mouth – Mantras
Sie beschreibt die Wirkung von Mantras als Kommunikation mit unserem (Unter)Bewusstsein und erklärt seine Wirkung unter anderem über den Placeboeffekt.
Wörtlich wird das Wort Mantra aus „Gedanken“ und „Werkzeug“ zusammengesetzt. Der Effekt des Mantras besteht aus dem Akt des Singens, der Vibration im Körper, der Konzentration und der zugeordneten Bedeutung. Der Geist wird durch das Chanten zugleich beruhigt und bringt durch ihre Botschaft positive Veränderungen auf der Ebene von Bewusstsein und Unterbewusstsein.
Ich hatte erzählt, dass uns beigebracht wurde die Speisen mit dem Gayatri Mantra zu segnen, bevor wir das Essen ansehen, riechen etc. Es ist Teil des achtsamen Essens.
Frei übersetzt bedeutet es in etwa, dass wir uns in unserer Meditation auf die Kraft konzentrieren, die das Universum erschaffen hat und hoffen, dass es auch unseren Geist erleuchten mag. In Indien singt man dieses Mantra auch zu Sonnenauf- und untergang, am besten 108 Mal. Es gilt ähnlich wie das OM Mantra als ein universelles Mantra, das Körper, Geist und spiritueller Ebene zusammenbringt und den Geist positiv zu prägen weiß.
„Om Bhur Buvaha Svaha,
Tat Savithur Varenyam,
Bhargo Devasya Dheemahi,
Dhiyo Yonaha Prachodayath.“

Im Yoga geht man von einer Hauptenergiebahn in der Mitte des Körpers aus, auf der 7 Energiezentren (Chakren) lokalisiert sind. Diesen Zentren, die mit Organen und Qualitäten assoziiert sind, wurden einsilbige Mantren zugeordnet, für diejenigen, denen so ein Vierzeiler zu kompliziert ist. Das Chanten dieser Mantras soll dann eine heilende Wirkung auf die zugeordneten Organe haben oder die Qualität stimulieren bzw. Blockaden auflösen.
Die Mantra Meditation auf die Silbe OM hat sich bei mir als sehr beruhigend und stimmungsaufhellend herausgestellt. Die Silbe wird ca. 15 Sekunden in die Länge gezogen und dreigeteilt. Die Stimmlage ist aufsteigend von tief, mittel zu hoch und dadurch verlagert sich die Vibration von unterhalb des Nabels, in den Brustraum bis hoch zur Kehle bzw. Kopf. Dieses universelle Mantra wird Brahman, Vishnu und Shiva zugeordnet. Dem Erschaffer (tiefster Ton O), Erhalter (H, mittlere Tonlage) und dem Zerstörer (M, Vibration im Kopf).
Weil die Konzentration auf so vielen Ebenen zugleich gefordert ist, verbleibt sie ganz in der Beobachtung des Körpers und macht ein Abschweifen, zumindest für mich, unmöglich. Besonders mit anderen zusammen gechantet erlebe ich diese Mantra Meditation als sehr kraftvoll, beruhigend und positiv.

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