Goa ist bunt und besticht durch architektonisch eigenwillige Gebäude in strahlenden Farben. Palmen aller Arten säumen den Wegesrand und die ausladenden Blätter sind manchmal halb so groß wie ich. Blüten in allen Farben geben mit ihrer Schönheit vor den staubigen Fassaden an.








Überall liegen schläfrige Hunde auf dem Boden, die wünschten, sie hätten noch weniger Fell oder zumindest keine Flöhe mehr. Wenn Autos herannahen, mobilisieren sie ungeahnte Kräfte und machten ordentlich Krach. Ich habe die Straßenhunde als sehr friedlich wahrgenommen. Seit ich vernommen habe, dass Straßenhunde in Indien nun als ein Problem eingestuft wurden, da sie Kinder getötet und ältere Menschen angegriffen haben, sind mir unsere Begegnungen nicht mehr ganz so geheuer. Bei meinen Spaziergängen ignoriere ich sie geflissentlich und dann passiert auch nichts. Roller lassen die Hundegangs zumeist problemlos passieren, was gut ist, denn ich habe mir Freitag einen Roller gemietet. Promt habe ich ihn beim ersten Einparken mit Vollgas in einem Gebüsch versenkt. Ich starte geschockt ins Dickicht und stammelte „i destroyed the scooter“. Die Hotelangestellten haben mich hingesetzt, mir Wasser gebracht, meinen Roller rausgefischt und geparkt. Ein imposanter Auftritt. Im Hotel weiß man nun Bescheid. Da ist sie wieder, die Deutsche, die nicht Roller fahren kann. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lässt sich ungeniert nach Hilfe fürs Einparken fragen, oder die Retter in der Not Benzin aus PET-Flaschen in den Tank füllen lassen. Bei meiner Wanderung am Samstag durch das friedliche Mandrem, habe ich bei jedem Tempel oder Kirche um Beistand gebeten für eine sichere Reise auf Indiens Straßen. Ich dachte viel hilft viel. Hat auch geklappt, denn ich bin sicher (im Schneckentempo) zum Yoga gefahren nach Arambol am Samstag. Äußerlich easy Rider, innerlich 110 Puls. Rückfahrt in der Rush Hour war dann wieder so, dass ich mich langsam entspannen konnte. Nichtsdetotrotz werde ich meinen Roller am Montag nach meinem nächsten Umzug wieder zurück geben. Vielleicht gibt es ja noch Ärger wegen der Reperatur und der Vermieter hat meinen Pass als Pfand. Das möchte ich nun nicht auf den letzten Drücker vor dem Rückflug regeln. Mittlerweile denke ich mir, dass ist nichts, was sich nicht mit Geld regeln lässt. Also Schwamm drüber, hab mir ja nicht ernsthaft weh getan.
Heute ist ein freier Tag und ich werde wieder die Gegend erkunden und Sesameis mit Maytili essen. Schon gespannt, was es heute zu beobachten gibt. Es gibt beeindruckende Vögel überall. Ich bin mir ziemlich sicher Kolibris in üppigen roten Blütenkelchen entdeckt zu haben, was mich sehr verzückt hat. Als ich gestern mein Mango Passion Sorbet bei Ondo löffele, sticht mir ein Eisvogel (auf Englisch kingfisher) auf einer Stromleitung ins Auge. Da Mandrem eher shanti (friedlich) ist, sind hier auch mehr Affen unterwegs, zumindest habe ich sie nun endlich eingehender beobachten können. In der Abenddämmerung gestern habe ich die Riesenflughunde beobachtet, die bis zu 112 cm Flügelspannweite haben. Die Flora und Fauna hier verzaubert mich und holt mich immer wieder in den Moment zurück.





Lass dich an dieser Stelle auf eine kleine Traumreise mitnehmen an den Strand von Ashvem am Sonntagmittag. Du liegst auf einer von der Witterung gezeichneten Liege und hoffst, dass sie deinem Gewicht standhält. Über dir flattert ein ähnlich alter Schirm im Wind. Du löffelst eine Kokosnuss aus, die du gerade leer getrunken hast und spürst den Sand zwischen den Zehen. An einem Ohr hörst du Bob Marley und auf dem anderen den Wellen zu. Wenn du merkst, dass du deinen Körper genug geröstet hast, machst du dich auf den Weg zum Wasser. Dunkle Sandpartien zeichnen geometrische Muster im Sand. Tausende Sandblasenkrebse haben hier ihr Habitat. Zum Glück sind sie flink und düsen in ihr Röhrensystem, wenn du durch ihre Vorgärten stampfst. Sie haben eh ein gefährliches Leben. Sanderlinge und anderes Federvieh lauern geduldig und schnappen sie sich, wenn sie nichtsahnend ihre Höhle verlassen. Das Meer wartet mit starken Strömungen und bikinihöschenklauenden Wellen auf. Danach kommt das nächste Schläfchen auf deiner Liege. 5-4-3-2-1, du kommst zurück, wo auch immer du bist. Ich darf ja zum Glück noch eine Woche bleiben.









Morgen beginnt mein Ayurveda-Retreat bei Preksha Yoga. Täglich stehen wieder Yoga, Pranayama, Meditation und die heiß ersehnten Ayurveda-Massagen auf dem Programm. Gestern im Rad hat mein Brustwirbelsäule ordentlich gekracht und ich glaube eine Massage habe ich nun mehr als nötig.
