Beach & Night Life

Allerlei Merkwürdiges erwartet einen an Goas Stränden abseits der fliegenden Händler, die Henna Tattoos, schlüpfrige Massagen, Schmuck, Musikinstrumente uvm. feilbieten. Die Händler fangen ein Gespräch an und stellen sich mit ihren europäischen (Künstler)namen vor. Sonja will dich massieren, Tina hat den besten Schmuck und Tony will dir Methamhetamin oder Gras andrehen. Besonders skurill ist ein Ohrenputzer, der ernsthaft anbietet mit einem Metallstäbchen, das er schon in unzähligen Ohren versenkt hat, auch mein „Wax, Madame“ zu entfernen. Ich kreische ihn an, er soll sich mit seinem Werkzeug vom Acker machen und mir nicht zu nah kommen. Pfui Teufel.

In den Beach Shacks kann man sowohl essen, trinken, als auch Sonnenbaden auf gratis Liegen. Der Haken daran: den saufenden Indern am Nachbartisch dient man dann sozusagen als Augenschmaus zum Bier. Am besten trägt man Sonnenbrille, so kann man lüsterende Blicke besonders gut ignorieren. Neben mir liegen zwei Russinnen, die für jedes streunende Tier das passende Futter dabei haben. Eine von ihnen spurtet mit zwei Karotten hinter einer Kuh her und ein Streuner bekommt Leckerlies. Neben denen lässt es sich aushalten.

Im Wasser versuchen sich Nichtschwimmer-Inder mit dem Wassersport und gewinnen maximal den Trostpreis für ihre sehr bemühte Performance. In Arambol ist das Wasser nicht so wild und baden sehr erfrischend. Ich fand es beruhigend, als der Taxifahrer meinte, die Haie sind allesamt klein und neigen nicht zum Touristen essen.

Am Strand gibt es Eis, das aus Kühltruhen auf Rädern verkauft wird und ich frage mich, wie oft die Kühlkette wohl schon unterbrochen wurde und welche Kunden wohl Salmonellen bekommen werden. Ich halte mich lieber an Kokosnuss.

Nachts dünkt man sich in einem asiatischen Ibiza, obwohl Arambol viel erträglicher ist, als Baga. Ein Klangteppich aus indischer Folklore und Psytrance vermischt sich zu einem Musikbrei, der zusammen mit (Hai)Fisch vom Grill serviert wird. Da alleine Reisen von mir heißgeliebt wird, aber alleine ausgehen nicht so meins ist, ziehe ich mich in mein neues Domizil zurück. Ich habe eine Entzündung am Fuß und habe dafür von einem Medizinmann, dem nur noch der Shiva-Tiger-Lendeschurz gefehlt hätte, eine ayurvedische Paste erstanden. Die hilft gegen Tigerbisse und sonstige Wehwehchen. Ich liege in meinem Zimmer mit der braunen Pampe auf dem Fuß und freue mich, dass hier keine Bässe abends wummern und hoffe auf Besserung.

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